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Klima
und Ressourcen

 Mitarbeiter installieren Solarmodule am Flughafen Stuttgart, im Hintergrund fliegt ein Flugzeug über die Anlage.
Photovoltaikanlage auf einer Wiese auf dem Flughafengelände im Abendlicht. Drei Personen begutachten die Anlage, während im Hintergrund ein Flugzeug startet.

Der Betrieb eines Flughafens wirkt sich auf die Umwelt aus – das ist unbestritten. Der Flughafen Stuttgart kann in vielen Bereichen dazu beitragen, Lärm, Treibhausgasemissionen, Energieverbrauch und Abfälle zu verringern sowie angrenzende Gewässer und die biologische Vielfalt zu schützen. Überall dort, wo Einfluss möglich ist, werden Umweltbelastungen gezielt reduziert. Unsere Umweltpolitik ist fester Bestandteil des fairport-Kodex und gilt verbindlich für alle Mitarbeitenden.

Der Flughafen betreibt ein Umweltmanagementsystem, das nach EMAS (Eco Management and Audit Scheme) zertifiziert ist. Damit werden betriebliche Umweltleistungen systematisch gesteuert und kontinuierlich verbessert. Das Umweltmanagement und die veröffentlichten Umweltkennzahlen umfassen die Flughafen Stuttgart GmbH sowie ihre Töchter Stuttgart Airport Ground Handling und Flughafen Stuttgart Energie GmbH.

Transparenz

Bericht 2025

Im aktuellen Bericht sind alle wichtigen Informationen zur Arbeit des Flughafen Stuttgart zu finden – einschließlich der Ziele für die kommenden Jahre für Umwelt, Soziales und Governance. Der Bericht enthält Angaben zu wesentlichen Kennzahlen, der strategischen Zukunftsausrichtung des Landesairports und den Stand aktueller Projekte. Auch die aktuelle Treibhausgasbilanz ist darin veröffentlicht.

Zum Bericht 2025
Bei strahlend blauem Himmel fliegt ein Flugzeug im Landeanflug über eine Solaranlage, die im Grünen steht.

Gut gemanagte Energie

Der Flughafen Stuttgart setzt auf ein systematisches Energiemanagement und investiert in lokale Stromproduktion und -speicherung.

Auf einer Fläche von mehr als 19.700 Quadratmetern produzieren wir Strom in Solaranlagen - Tendenz steigend. Außerdem trägt seit 2013 ein Blockheizkraftwerk zur Energie- und Wärmeerzeugung bei. Im Jahr 2025 erzeugte das BHKW 11,9 GWh Energie. Mit der Klimastrategie STRzero ist geplant, die Anlage durch Wärmepumpen zu ersetzen, um dann nicht mehr von fossilen Energiequellen abhängig zu sein. Dazu beitragen sollen auch Hochleistungsbatteriespeicher. Seinen ersten mit einer Kapazität von 540 kWh nahm der Flughafen 2025 in Betrieb genommen. Mit dem Ausbau der Solaranlagen sind weitere Speicher geplant.

Den zusätzlich benötigten Strom bezieht der Flughafen aus dem öffentlichen Netz und beschafft dafür Herkunftsnachweise. Diese belegen, dass diese Strommenge aus erneuerbaren Energien erzeugt und in das europäische Stromnetz eingespeist wurde.

Neben Gebäuden und Anlagen benötigen auch die zahlreichen Fahrzeuge des Airports Energie. Strom erhalten diese an flughafeneigenen Ladestationen. Dazu zählen neben E-Passagierbussen auch Gepäckschlepper, batteriebetriebene Vans, Frachtschlepper, Förderbänder, Highloader und viele weitere Spezialfahrzeuge. Für Fahrzeuge ohne Elektroantrieb kommt am Flughafen Stuttgart synthetischer Diesel (HVO) zum Einsatz. Dieser ist deutlich schadstoffärmer als fossiler Kraftstoff.

Der Flughafen betreibt ein nach dem internationalen Standard ISO 50001 geprüftes Energiemanagement.

Klimastrategie STRzero

Die Weltgemeinschaft steht vor der enormen Aufgabe, die menschengemachte Erderwärmung zu bremsen. Dafür muss sie CO₂-neutral werden. Das heißt: Der Ausstoß klimaschädlicher Gase muss massiv verringert und CO₂ aus der Atmosphäre entzogen werden. Gelingt dies nicht, drohen schwerwiegende und irreversible Folgen für den gesamten Planeten.

Vor diesem Hintergrund hat der Flughafen Stuttgart eine Klimastrategie mit dem Namen STRzero aufgesetzt. Die Zielsetzungen aus STRzero verfolgen wir, indem wir die Treibhausgasemissionen aus dem Flughafenbetrieb nach internationalen Standards bilanzieren und Maßnahmen zur Reduktion umsetzen. Welche Schritte und Investitionen noch vor uns liegen, steht im Masterplan Energie und Klima.

Ein Wasserstoff-Flugzeug fliegt über eine hügelige Landschaft bei klarem Wetter. Es ist mit "H2FLY" beschriftet.

Gemeinsam mit den Airlines, Groundhandling-Partnern und der DFS Deutsche Flugsicherung GmbH optimiert der Flughafen Stuttgart Abläufe auf dem Vorfeld. Mit dem Programm Airport Collaborative Decision Making (A-CDM) werden die Rollzeiten der Flugzeuge auf dem Weg zur Start- und Landebahn verkürzt – der Kraftstoffverbrauch bleibt dadurch so gering wie möglich. Bereits im ersten Jahr konnten rund 740 Tonnen Kohlenstoffdioxid eingespart werden.

Zwar liegen die Emissionen des Flugverkehrs nur eingeschränkt im Einflussbereich eines Flughafenbetreibers – dennoch sind wir auch hier aktiv. Die Entgeltordnung setzt als erste in Deutschland finanzielle Anreize für den Einsatz von synthetischem strombasiertem Kerosin und für elektrisches Fliegen.

Elektrisches Fliegen wird zudem gezielt gefördert – unter anderem durch Forschungsgelder. 2016 startete die HY4 am Flughafen Stuttgart zum weltweit ersten Passagierflug mit Brennstoffzellenantrieb. Entwickelt wurde die viersitzige Maschine vom Stuttgarter Technologieunternehmen H2FLY. Aktuell wird das Antriebssystem für ein 30-sitziges Flugzeug weiterentwickelt.

Airport Carbon Accreditation

Mit einem strukturierten Umweltmanagement und innovativen Technologien arbeitet der Flughafen Stuttgart konsequent daran, CO₂eq-Emissionsquellen am Boden und – im Rahmen seiner Möglichkeiten – auch in der Luft zu verringern. Dafür wurde der STR von der Airport Carbon Accreditation (ACA) auf Level 4 zertifiziert.

Die Klimamanagement-Initiative des europäischen Flughafenverbands ACI Europe bewertet das CO₂-Management von Flughäfen in mehreren aufeinander aufbauenden Stufen: Level 1, Level 2, Level 3, Level 3+, Level 4, Level 4+ und Level 5.

Um sich auf einer der sieben Stufen des Programms zertifizieren zu lassen, müssen Flughäfen ihren CO₂-Fußabdruck und ihre CO₂-Managementprozesse durch eine zertifizierte Stelle unabhängig überprüfen lassen. 

Logo „Airport Carbon Accredited Level 4“ mit stilisiertem Flughafenturm auf blauem Hintergrund

Umweltauswirkungen gering halten

Wir behalten unsere ökologischen Auswirkungen als Flughafen genau im Blick. Dafür haben wir Expertinnen und Experten in unseren Reihen, zum Beispiel für Aufgabengebiete wie Abfallmanagement, Gewässerschutz, Luftreinhaltung und Biodiversität. Die aktuelle Umwelterklärung enthält extern geprüfte Daten zu diesen Themen.

Ein Mann wirft ein Stück zerknülltes Papier in einen Trennbehälter für Abfall in Terminal des Flughafen Stuttgart.

Entsorgung und Kreislaufmanagement

Abfälle können ein wertvolles Gut sein. Der Flughafen Stuttgart war sich dessen schon 1997 bewusst und gründete in jenem Jahr sein eigenes Abfallwirtschaftszentrum. Der zertifizierte Entsorgungsfachbetrieb trennt den Müll nach mehr als 60 verschiedenen Kategorien und gibt ihn anschließend an externe Entsorgungsfirmen weiter.

2 Beispiele: Der Gummiabrieb, der beim Aufsetzen der Flugzeugreifen auf der Start- und Landebahn entsteht, wird thermisch verwertet. Der Grünschnitt aus Mäharbeiten gelangt in eine Biogasanlage in Leinfelden-Echterdingen.

An einem stark frequentierten Ort wie dem STR lässt sich Müll nicht komplett vermeiden. Entscheidend ist der Umgang mit den anfallenden Mengen. Piktogramme an den Mülleimern am Airport helfen Passagieren, den richtigen Behälter zu wählen und so selbst einen Beitrag zum Abfallmanagement zu leisten.

 Stuttgart Airport bei Sonnenaufgang mit Straßen, Terminal und Neubauten im Panorama.

Bauen in der Airport City

Der Flughafen Stuttgart ist ein gefragter Standort für Unternehmen. Die Flughafen Stuttgart GmbH entwickelt die Büro- und Handelsflächen auf dem Gelände kontinuierlich weiter – bedarfsgerecht und aus Platzgründen zumeist in die Höhe. Der Gesamtbestand umfasst heute rund 550 Tausend Quadratmeter inklusive Parkraum.

Als erste Flughafengesellschaft in Deutschland hat die Flughafen Stuttgart GmbH das gesamte Businessquartier Stuttgart Airport City nach den Kriterien der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB e.V.) vorzertifizieren lassen. 

Für unsere Betriebsgebäude haben wir eigene Anforderungen entwickelt. Diese orientieren sich an anerkannten Standards und berücksichtigen sowohl die Klimabilanz als auch den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes. Darüber hinaus fließen technische, wirtschaftliche, ökologische und nutzungsbezogene Aspekte in die Planung und Entwicklung von Bauprojekten ein.
 Ein Passagierflugzeug wird bei Sonnenaufgang auf dem Vorfeld des Flughafens Stuttgart enteist.

Enteisung und Gewässerschutz

Damit Flugzeuge bei Frost sicher starten können, werden sie mit einem Enteisungsmittel auf Glykol-Basis behandelt. Moderne Geräte sorgen für eine bedarfsgerechte Dosierung. Sie passen das Mischverhältnis je nach Wetterlage an. Unter den De-Icing-Positionen fangen spezielle Tanks die Reste der Flüssigkeit auf. Mit Enteisungsmitteln belastetes Niederschlagswasser wird biologisch vorbehandelt, bevor es in öffentliche Gewässer geleitet werden darf. Dabei wird der Gehalt organischer Kohlenstoffe verringert, sodass alle Grenzwerte eingehalten werden.

Die Abfertigungstochter SAG setzt einen Enteisungssimulator ein. Mit diesem übt das Team virtuell und unter verschiedenen Witterungs­bedingungen die fachgerechte Nutzung der De-Icing-Fahrzeuge. 

Bei der Flugzeugenteisung setzt der Flughafen Stuttgart finanzielle Anreize: Die Höhe des Entgelts richtet sich nach der eingesetzten Menge an Enteisungsmitteln.

Unterirdisches Regenrückhaltebecken aus Beton mit regelmäßig angeordneten Stützpfeilern und etwas Wasser im Becken.

Entwässerung

Die Infrastruktur des Flughafens ist auf Starkregenereignisse, die im Zuge des Klimawandels häufiger und extremer werden, grundsätzlich vorbereitet: Leistungsfähige Systeme leiten Regenwasser von Start- und Landebahn, Taxiways und Vorfeld in unterirdische Klär- und Rückhaltebecken mit einem Gesamtvolumen von über 100 Tausend Kubikmetern. Die Becken sind entscheidend für den Hochwasserschutz – sie verhindern, dass große Wassermengen unkontrolliert in umliegende Bäche, Seen oder Siedlungsgebiete gelangen.

Auch die Einleitung von unbelastetem Oberflächenwasser ist streng geregelt und nur mit Genehmigung der zuständigen Behörden erlaubt. Seit den 1990er-Jahren investierte die Flughafen Stuttgart GmbH über 120 Millionen Euro in ihre Anlagen und damit in den Schutz des Grundwassers und öffentlicher Gewässer. Deren Qualität hat sich seither verbessert.

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Biodiversität

Knapp die Hälfte des rund 400 Hektar großen Geländes ist mit Glatthafer- und Rotschwingelwiesen bedeckt. Diese Flächen bieten Lebensraum für zahlreiche Pflanzen und Tiere. Der Artenreichtum wird durch ein gezieltes Grünflächenmanagement erhalten.

Im Jahr 2025 fielen etwa 400 Tonnen Grasschnitt bei der Mahd an. Die Universität Hohenheim analysiert das Schnittgut regelmäßig – bisher ohne Hinweise auf Belastungen. Das gilt auch für den Honig der Bienenvölker, die auf dem Gelände nahe der Start- und Landebahn angesiedelt sind. Seit 2012 bestätigt die Landesanstalt für Bienenkunde: Der Flugbetrieb hat keine negativen Auswirkungen auf die Honigqualität. Die Bienen leisten damit einen Beitrag zum Biomonitoring.

Eine Ramp Agentin läuft vor einem Flugzeug über das Vorfeld des Flughafens Stuttgart bei Sonnenaufgang.

Luftqualität

Saubere Luft ist eine grundlegende Voraussetzung für Gesundheit und Lebensqualität. Am Flughafen Stuttgart gilt deshalb das Vorsorgeprinzip. Die Luftqualität wird kontinuierlich überwacht – alle relevanten Daten zur Luftreinhaltung und Schadstoffminimierung werden regelmäßig analysiert.

Die Fahrzeugflotte wird schrittweise auf Elektroantrieb umgestellt. Fahrzeuge, die noch mit Verbrennungsmotor unterwegs sind, tanken synthetischen Diesel (HVO). Dieser verursacht deutlich weniger Ruß, Feinstaub und CO₂ als herkömmlicher Kraftstoff – das verbessert die Luftqualität auf dem Vorfeld und schafft gesündere Arbeitsbedingungen.

Trotzdem entstehen auch am Flughafen Stuttgart bei natürlichen und technischen Verbrennungsprozessen ultrafeine Partikel (UFP), insbesondere in den Triebwerken von Flugzeugen. Der Flughafen nimmt seine Verantwortung gegenüber Mitarbeitenden und seinem Umfeld ernst. Um neue wissenschaftliche Erkenntnisse frühzeitig einbinden zu können, steht die Flughafen Stuttgart GmbH in regelmäßigem Austausch mit Behörden und anderen Flughäfen zu aktuellen Erkenntnissen über UFP.

Ein Kind blickt vom Terminal aus auf ein geparktes Flugzeug mit roten Triebwerksabdeckungen am Flughafen Stuttgart.

Flughafenführungen

Airport erleben

Einblicke hinter die Kulissen gibt es bei einer Tour durch den Flughafen. Das SkyLand bietet regelmäßig Führungen an – auf Wunsch auch mit dem Schwerpunkt Nachhaltigkeit.

Zu den Führungen

Weitere interessante Themen

Masterplan Energie und Klima

Welche Schritte sind am Flughafen Stuttgart nötig, um das Klimaziel für 2040 zu erreichen? Das beantwortet der Masterplan Energie und Klima.
Ein Flughafenmitarbeiter mit Lärmmessgerät vor einem Flugzeugtriebwerk.

Schallschutz und zuverlässige Fluglärmdaten

Wie Anwohnende am Flughafen Stuttgart vor Lärm geschützt werden und wie Daten für Transparenz sorgen